ABSTIEG

ABSTIEG

DIE ERSTE 15.05.2022

TSG Hoffenheim – SC Sand 3:3 (1:0)

Von Heiko Borscheid.

Das Schicksal des SC Sand ist besiegelt: nach acht Jahren Zugehörigkeit wird der Club aus der Ortenau in der kommenden Spielzeit nicht mehr in der Beletage des deutschen Frauen-Fußballs vertreten sein. Trotz einer sensationellen Leistung und einem 3:3 im letzten Rundenspiel bei der TSG Hoffenheim – der Ausgleich für die Gastgeberinnen fiel in der vierten Minute der Nachspielzeit –, reichte es am Ende nicht für ein erneutes Fußball-Wunder.

Schnell war das Ergebnis aus Essen bekannt, die gegen Jena hätten verlieren müssen, nach 25 Minuten aber bereits mit 3:0 in Führung lagen. Für den SC Sand ging es in der Folge darum, sich mit Anstand aus der FLYERALARM Frauen-Bundesliga zu verabschieden, was die Elf von Trainer Alexander Fischinger auch tat.

„Ich werde von draußen alles geben, mein Physio hat mir einen ganze Packung Halstabletten mitgegeben“, sagte Alexander Fischinger vor der Partie im TV-Interview. Dasselbe erwartete er freilich auch von seiner auf drei Positionen im Vergleich zum Vorwochensieg gegen Köln veränderten Mannschaft. Noemi Gentile fehlte gelbgesperrt, Chiara Loos und Emily Evels waren ebenso erkrankt, wie Patricia George und Molli Plasmann. Doch die Formation, die Fischingers Vertrauen erhielt, zahlte es dem Trainer und den zahlreich ins Dietmar-Hopp-Stadion mitgereisten Sander Fans mit einem versöhnlichen letzten Bundesligaspiel auf Zeit zurück.

Die TSG ging nach ausgeglichener Anfangsphase in der 36. Minute durch ein feines Solo von Katharina Naschenweng, die daraufhin aus 14 Metern flach ins lange Eck vollstreckte, in Führung. In Durchgang zwei überschlugen sich dann die Ereignisse: der SC Sand kam hellwach aus der Kabine und glich in der 50. Minute durch Shai Perl aus, deren Schuss aus 13 Metern leicht abgefälscht wurde. Summer Green brachte die Gäste dann mit einem Traumtor aus 25 Metern in Führung. Sie sah, dass Hoffenheims Keeperin nach einer schnellen Sander Balleroberung nicht schnell genug in ihr Tor zurückkehren konnte und lupfte den Ball gefühlvoll zum 1:2 in die Maschen (53.). Der Ausgleich der TSG ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Celina Degen nutzte dabei nach einem Eckball den Wirrwarr in Sands Abwehr eiskalt aus (58.).

Der SC Sand kämpfte daraufhin weiter, als würde Jena in Essen führen und belohnte sich mit dem 3:2 von Dörthe Hoppius in der 79. Minute, die mit aller Macht diesen Treffer wollte und sich in ihrem letzten Spiel für den SC Sand damit selbst belohnte. Der Ausgleich für die TSG durch Chantal Hagel fiel dann in Minute 94, was Alexander Fischinger auf die Palme brachte, hätte seine Elf diesen Auswärtssieg an diesem Tag mehr als verdient.

„Die Leistung meiner Mannschaft heute war richtig stark, wir können uns am Ende alle in die Augen schauen“, zitierte er auch den Sportlichen Leiter, Sascha Reiß, der dies kurz nach dem Schlusspfiff so im Mannschaftskreis noch auf dem Spielfeld kundgetan hatte. „Dieser Abstieg hat viele Väter“, schob Fischinger nach, ohne dabei auf andere zu zeigen. Allein die Tatsache, dass er als Trainer in der zweiten Liga an Bord bleiben wird zeigt, dass der SC Sand zwar vor einem Neuanfang steht, allerdings alles dafür tun wird, so schnell wie möglich in die Frauen-Bundesliga zurückzukehren.

 

TSG Hoffenheim: Dick – Bühler, Specht, Degen (60. Corley) – Fühner (60. Linder), Hartig (70. Harsch), Feldkamp (84. de Caigny), Hagel, Naschenweng – Brand (84. Leimenstoll), Billa.

SC Sand: Esson – Sakar (70. McGovern), Georgieva, Bruce, Jordan – Brandenburg, Balcerzak, Perl (76. Arnold), Browne (86. Braun) – Hoppius, Green (86. Kreil).

 

Foto: Michael Memmler.

1899 Hoffenheim

3 : 3

SC Sand

Sonntag, 15. Mai 2022 · 14:00 Uhr

FLYERALARM Frauen-Bundesliga · 22. Spieltag

Startaufstellung

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