Angelina Klopstein im ausführlichen Interview

Sands Offensivspielerin über die bisherige Spielzeit und mit einem Ausblick auf die Rückrunde
Artikel vom 20. Januar 2026
Der Artikel wird präsentiert von:
VON LUKAS KELP.
Hinrundenfazit:
Ihr habt die Hinrunde in der Frauen-Regionalliga Süd – inklusive des ersten Rückrundenspiels gegen den Karlsruher SC – auf dem achten Tabellenplatz abgeschlossen. Wie fällt dein Gesamtfazit nach den zwölf absolvierten Partien aus?
„Auch wenn wir die Hinrunde auf dem achten Platz abgeschlossen haben, wissen wir alle, dass wir definitiv mehr erreichen müssen – und auch können. In der Mannschaft steckt unglaublich viel Potenzial und wir haben die Fähigkeiten, oben mitzuspielen. Wir sind ein junges Team, bis auf ein paar erfahrene Spielerinnen und deshalb dürfen wir Fehler machen – wichtig ist nur, dass wir den Fokus behalten. Wenn man einige Spiele rückblickend betrachtet, hätten wir deutlich mehr Partien gewinnen können, weil wir die Qualität dafür haben.“
Abstiegszone und Ausblick:
Der Vorsprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt aktuell lediglich zwei Punkte. Welche Maßnahmen und Schwerpunkte wollt ihr in der Rückrunde setzen, um möglichst frühzeitig den Klassenerhalt abzusichern?
„Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen frühzeitig den Klassenerhalt sichern. Dafür setzen wir uns konkrete Ziele – und wir arbeiten auch jeden Tag daran, sie konsequent umzusetzen. Wir wissen, was in uns steckt und wenn wir unsere Stärken auf den Platz bringen, können wir uns Schritt für Schritt von unten absetzen.“
Ergebniskrise vor der Winterpause:
Die letzten fünf Spiele vor der Winterpause konntet ihr nicht gewinnen, nur ein Remis und vier Niederlagen standen am Ende zu Buche. Wie erklärst du dir diese Ergebniskrise und welche Faktoren haben deiner Meinung nach den größten Einfluss gehabt?
„Wir haben uns gerade in den letzten Spielen extrem viele gute Chancen herausgespielt, aber vor dem Tor waren wir einfach nicht konsequent genug. Die Abschlüsse haben uns gefehlt und dadurch sind Spiele gekippt, die wir eigentlich hätten gewinnen können. Das war für uns alle frustrierend, weil die Leistung oft gestimmt hat – nur das Ergebnis eben nicht.“
Vorbereitung im Januar:
Mitte Januar startet ihr in die Wintervorbereitung. Welche „Hausaufgaben“ stehen für das Team und den Trainerstab konkret auf dem Programm, um bestmöglich in die verbleibenden Saisonspiele zu gehen?
„In der Wintervorbereitung wollen wir an unseren Stärken anknüpfen und gleichzeitig die Dinge verbessern, die uns zuletzt Punkte gekostet haben. Dazu gehören Effizienz vor dem Tor, aber auch Abläufe im Spiel mit und gegen den Ball. Außerdem wollen wir als Gruppe noch enger zusammenwachsen. Wenn wir es schaffen, mit voller Energie und klarer Struktur in die Rückrunde zu starten, bin ich überzeugt, dass wir eine starke zweite Saisonhälfte spielen werden.“
Starker persönlicher Auftritt in der Hinrunde:
Für dich persönlich läuft die bisherige Hinrunde äußerst erfolgreich: In zwölf Partien konntest du neun Treffer erzielen. Wie erklärst du dir diesen Leistungsschub und was sind aus deiner Sicht die entscheidenden Faktoren für deine starke Form?
„Bei mir ist es so: Wenn ich auf dem Platz nicht zu viel nachdenke und einfach das mache, was ich kann, dann spiele ich am besten. Fußball ist für mich auch ein Gefühl – und wenn ich alles andere ausblende, meinen Kopf freibekomme und mich nur auf das Spiel konzentriere, dann werde ich automatisch erfolgreicher und torgefährlicher.“
Verbundenheit zum Verein:
Du gehst mittlerweile in deine vierte Saison im Trikot des SC Sand. Was zeichnet den Verein für dich besonders aus und warum fühlst du dich hier so wohl?
„Der SC Sand ist ein Verein, bei dem man sich einfach wohlfühlen muss. Die Atmosphäre ist familiär, man bekommt Vertrauen und jede Spielerin wird wertgeschätzt. Besonders wichtig ist für mich auch die Freundschaft zu meiner Mitspielerin Damoisy – wir verstehen uns super, geben uns gegenseitig Mut und pushen uns in jedem Training. Das macht für mich sehr viel aus.“
Charakter der Regionalliga Süd:
Die Frauen-Regionalliga Süd hat ihren ganz eigenen Charakter und gilt als anspruchsvolle dritthöchste Spielklasse. Was macht diese Liga für dich speziell – sowohl sportlich als auch in Bezug auf Intensität und Niveau?
„Die Regionalliga Süd ist sehr intensiv und ausgeglichen – jedes Spiel fordert dich komplett. Für die Rückrunde habe ich mir vorgenommen, konstant meine Leistung zu bringen und dadurch die Mannschaft weiter nach vorne zu bringen. Ich möchte weiterhin Tore schießen und gefährlich bleiben. Bis zum Sommer wünsche ich mir, dass ich mich technisch und im Entscheidungsverhalten noch weiterentwickle – und in der nächsten Saison einen weiteren Schritt nach oben mache.“
Blick nach vorn:
Welche persönlichen Ziele hast du dir für die Rückrunde gesteckt? Und darüber hinaus: Welche Entwicklung wünschst du dir für dich selbst bis zum Sommer und möglicherweise für die kommende Saison?
„Ich möchte in jedem Spiel meine Leistung bringen, der Mannschaft helfen und weiter torgefährlich bleiben. Das ist mein Anspruch an mich selbst.“
Wie beginnst du deinen Tag am liebsten?
„Ich beginne meinen Tag am liebsten mit Musik – das gibt mir gute Laune und bringt mich direkt in einen positiven Rhythmus.“
Auf welcher Position spielst du am liebsten und warum?
„Mein Trainer sagt oft, dass ich offensiv fast alles spielen kann. Aber im Moment fühle ich mich im Sturm am wohlsten – dort kann ich meine Stärken am besten einbringen.“
Was war dein schönster Moment auf dem Spielfeld?
„Mein schönster Moment war ganz klar der Aufstieg in die Regionalliga. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen.“
Welcher Sportler oder Verein hat dich in der Kindheit am meisten inspiriert?
„Ich war schon immer ein großer Fan von Ronaldinho und Messi. Außerdem hat mich der FC Bayern schon in der Kindheit inspiriert.“
Wie bist du zum Fußball gekommen?
„Ich habe schon als kleines Kind immer mit meinem Vater auf dem Fußballplatz gespielt – und ich habe es geliebt, gegen die Jungs anzutreten. So hat alles angefangen.“
Was machst du gerne, wenn du nicht auf dem Feld stehst?
„Wenn ich nicht auf dem Platz stehe, verbringe ich unglaublich gerne Zeit mit meinem kleinen Bruder. Ich bin froh über jede Minute, die ich mit ihm haben kann.“
Was war dein unangenehmster Moment auf dem Platz?
„Ein unangenehmer Moment war, als ich vor einem Spiel meiner Mannschaft eine Motivationsrede geben wollte – aber plötzlich bekam ich kein Wort heraus, weil ich so aufgeregt war.“
Welche Person oder Sportler inspiriert dich am meisten?
„Aktuell inspiriert mich Lionel Messi am meisten – seine Technik ist einfach einzigartig.“
Warum hast du dich entschieden nach Sand zu wechseln?
„Nach meiner Zeit in der U17 des FC Speyer 09 hat mich mein Manager hierher empfohlen – und ich bin sehr dankbar, dass dieser Schritt geklappt hat."
Hast du vor dem Spiel ein bestimmtes Ritual?
„Ich brauche vor jedem Spiel meine ein bis zwei Minuten für mich selbst, um mich voll auf die Partie zu fokussieren.“
Drei Worte, die dich beschreiben?
„Ehrgeizig, zielstrebig und kreativ.“
Bild: Martina Pieper
