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Sand belohnt sich nicht für Fight und holt Remis

Sonntag, 8. Februar 2026 · 14:00 Uhr2. Frauen-Bundesliga, 16. Spieltag

Fischinger: "Es war ein toller Fight, wir haben uns nur nicht belohnt“

Spielbericht vom 8. Februar 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    VON MORITZ LITTERST.

    Zum ersten Heimauftritt des Jahres 2026 empfing der SC Sand am 16. Spieltag den VfL Bochum in der ADAMS Arena in Sand. Die Gastgeberinnen zeigten über weite Strecken eine engagierte und dominante Leistung und hatten die Bochumerinnen größtenteils unter Kontrolle. Einzig die mangelhafte Chancenverwertung verhinderte einen verdienten Heimsieg für die Sanderinnen.

    Keine Änderungen in der Startelf

    Nach dem knappen Auswärtserfolg beim VfL Wolfsburg II in der Vorwoche sah das Trainerduo Alex Fischinger und Noah Veilandics keinen Anlass, Änderungen in der Startelf vorzunehmen. Auch Rio Takizawa, die unter der Woche noch mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen hatte, meldete sich rechtzeitig fit zurück und übernahm wie gewohnt die Rolle der zentralen Mittelfeldspielerin.

    Chancenarmer Auftakt

    Der SC Sand kam selbstbewusst in die Partie und bestimmte früh das Geschehen. Viel Ballbesitz auf Seiten der Gastgeberinnen unterstrich den kontrollierten Spielaufbau. In der 6. Minute sorgte Takizawa erstmals für Gefahr, ihr abgefälschter Abschluss landete jedoch in den Armen von Bochums Torhüterin Rolle. Bei nebligen und frostigen Bedingungen dominierte Sand die Anfangsphase, ohne sich zunächst zwingende Torchancen zu erspielen.

    Die erste Halbzeit blieb insgesamt arm an Höhepunkten. Sand hatte das Spiel zwar im Griff, tat sich jedoch gegen die tief stehenden Bochumerinnen schwer. Die Gäste kamen überwiegend über Standardsituationen in die Nähe des Sander Tores, blieben dabei aber ungefährlich. Mit zunehmender Spieldauer schlichen sich bei den Gastgeberinnen Unsauberkeiten ein, wodurch Bochum in der 43. Minute zur ersten großen Chance kam: Nach einem Aufbaufehler des SC Sand landete der Ball bei Lara Kirkby, deren Direktabschluss jedoch von Torhüterin Jule Baum glänzend pariert wurde.

    Doppelschlag vor der Pause

    Kurz vor dem Pausenpfiff nahm die Partie dann Fahrt auf. In der 45. Minute leitete Ronja Schaer den Ball stark auf Rio Takizawa weiter, die sofort Pija Reininger bediente. Diese behielt frei vor Rolle die Nerven und erzielte die 1:0-Führung für Sand. Die Freude währte jedoch nur kurz: Im direkten Gegenzug tauchte Ex-Sanderin Dörthe Hoppius alleine vor dem Sander Tor auf und glich nur Sekunden später zum 1:1 aus. Ein unnötiger Dämpfer aus Sicht des SC Sand. Cheftrainer Alex Fischinger: „Mich ärgert heute eigentlich nur das Gegentor. Wir machen kurz vor der Halbzeit das 1:0 und nehmen die Führung dann nicht mit in die Kabine.“

    Sand mit Übergewicht

    Nach dem Seitenwechsel kam Sand mit deutlich mehr Druck aus der Kabine. Reininger verzeichnete in der 49. Minute den ersten Abschluss der zweiten Hälfte, wenig später scheiterte Emily Yaple nach einem Freistoß von Matuschewski an Rolle (51.). Bochum brauchte erneut rund eine Viertelstunde, um offensiv in Erscheinung zu treten. In der 59. Minute hatten die Gäste dann eine Doppelchance: Zunächst scheiterte Freutel an Baum, anschließend köpfte eine Bochumer Mittelfeldspielerin knapp über die Latte.

    Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. In der 61. Minute sorgte ein Bochumer Freistoß für Gefahr. Kurz darauf wurde Pija Reininger nach einem starken Zuspiel von Milena Fischer in Szene gesetzt, legte weiter auf Matuschewski, die sich im Strafraum durch mehrere Gegenspielerinnen dribbelte und im letzten Moment zu Fall gebracht wurde – zur Verwunderung der Sanderinnen blieb der Elfmeterpfiff jedoch aus. In der 64. Minute scheiterte Matuschewski erneut mit einem Distanzschuss knapp an Bochums Schlussfrau.

     

    Sand scheitert an Chancenverwertung 

    In der Schlussphase erhöhte der SC Sand nochmals den Druck und erspielte sich ein deutliches Übergewicht. In der 81. Minute setzte Jenny Gaugigl einen Freistoß aus rund 20 Metern knapp neben das Tor. Auf der Gegenseite kam Bochum durch die eingewechselte Angerer zum Abschluss (83.), Hoppius köpfte die anschließende Ecke knapp über das Tor. Kurz darauf lief Milena Fischer alleine auf das Bochumer Tor zu, wurde jedoch im letzten Moment durch eine spektakuläre Grätsche entscheidend gestört. Sand schnupperte am Siegtreffer, doch das Glück fehlte an diesem Tag: In der 86. Minute setzte Julia Matuschewski einen Freistoß aus 35 Metern an die Latte und auch Ronja Schaer verpasste in der 90. Minute per Kopf aus kurzer Distanz den entscheidenden Treffer.

    „Wenn man ein Spiel nicht gewinnen kann, muss man schauen, dass man es nicht verliert. Es war alles da. Die Mannschaft hat alles gegeben. Es war ein toller Fight, wir haben uns nur nicht belohnt“, fasste Fischinger die Partie zusammen.

    Am Ende trennt sich der SC Sand zuhause mit einem 1:1-Unentschieden von einem defensiv eingestellten VfL Bochum. Der Ortenauer Zweitligist gibt damit zwar die Tabellenführung ab, bleibt jedoch punktgleich mit dem VfB Stuttgart auf Rang zwei. Für Fischinger kein Grund zur Sorge: „Was bringt dir eine Tabellenführung im Februar? Es bleibt bis zum Schluss eng. Wir sind gerne da vorne und spielen eine tolle Runde.“

    Am kommenden Sonntag ist der SC Sand auswärts beim 1. FFC Turbine Potsdam gefordert (Anstoß: 14 Uhr).