Pokalreise des SC Sand endet in Jena

SC Sand hält lange gut mit, ist zeitweise dominant und fliegt dennoch aus dem Pokal
Spielbericht vom 11. März 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
VON MORITZ LITTERST.
Am Mittwochabend traf der SC Sand im Viertelfinale des DFB-Pokals in der ad hoc Arena in Jena auf den FC Carl Zeiss Jena. Gegen den Erstligisten zeigte der Zweitligist aus der Ortenau über weite Strecken eine starke und mutige Leistung und begegnete dem Favoriten lange Zeit auf Augenhöhe. Am Ende verhinderten jedoch individuelle Fehler den möglichen Einzug ins Halbfinale.
Eine personelle Änderung
Im Vergleich zum Ligaspiel gegen den FC Ingolstadt nahm das Trainerduo Alexander Fischinger und Noah Veilandics lediglich eine Änderung in der Startelf vor. Auf der rechten Abwehrseite begann Sarah Wiesner, die bereits im Achtelfinale gegen den 1. FC Köln überzeugt hatte, für Sara D’Appolonia. Ansonsten setzten die Sander Coaches auf die bewährte Formation.
Jena geht früh in Führung
Zu Beginn der Partie war beiden Teams eine gewisse Nervosität anzumerken. Die erste gefährliche Szene gehörte jedoch dem SC Sand: In der fünften Minute erkämpfte Julia Matuschewski nach einem Duell mit einer Jenaer Verteidigerin einen Eckball. Kurz darauf kam Leni Fischer zum ersten Abschluss für die Gäste. In der Anfangsphase war vom Klassenunterschied zwischen Bundesliga und 2. Liga wenig zu sehen. Erst in der 19. Minute gelang es Jena, sich einmal durch die Sander Reihen zu kombinieren. Ein Diagonalball auf die rechte Seite öffnete viel Raum, die Hereingabe fand zunächst keine Abnehmerin – am langen Pfosten stand jedoch Melina Reuter bereit und schob zum 1:0 für den FC Carl Zeiss Jena ein.
Schnelle Reaktion
Der SC Sand reagierte sofort. Direkt nach dem Anstoß bot sich die große Chance zum Ausgleich: Julia Matuschewski schickte Pija Reininger mit einem Pass in die Spitze auf die Reise. Die Angreiferin lief allein auf Torhüterin Janning zu, doch im Eins-gegen-eins behielt die Jenaer Keeperin die Oberhand. Vom Rückstand ließen sich die Sanderinnen nicht beeindrucken und erarbeiteten sich in der Folge ihre beste Phase der ersten Hälfte. Immer wieder setzte das Team die Jenaer Defensive unter Druck, erspielte sich mehrere Möglichkeiten, blieb im Abschluss jedoch zunächst glücklos – auch weil das aggressive Pressing der Gastgeberinnen immer wieder für Schwierigkeiten sorgte.
Traumtor sorgt für Ausgleich
Kurz vor der Pause belohnte sich der SC Sand dann doch. In der 41. Minute erlief Rio Takizawa einen zweiten Ball und zog aus rund 25 Metern ab. Ihr Schuss schlug traumhaft im linken oberen Winkel ein – ein echtes Tor des Monats und der verdiente Ausgleich für Sand. Nur zwei Minuten später hätte Julia Matuschewski beinahe nachgelegt, ihr Abschluss strich jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei. Auch Pija Reininger hatte kurz darauf die Führung auf dem Fuß, als sie erneut allein auf Janning zulief, den Ball jedoch links am langen Pfosten vorbeischob. So hatte Jena Glück, mit dem 1:1 in die Pause zu gehen.
Dominanter Start in die zweite Hälfte
Auch nach dem Seitenwechsel erwischte der SC Sand den besseren Start. Bereits wenige Augenblicke nach Wiederbeginn sorgte eine strittige Szene für Diskussionen: Julia Matuschewski wurde im Strafraum zu Fall gebracht, doch das Schiedsrichterteam entschied auf Abstoß für Jena – offenbar in der Annahme, dass der Ball zuvor bereits im Aus gewesen war. Die Gäste blieben dennoch am Drücker. In der 49. Minute wurde erneut Pija Reininger mit einem Steckpass in Szene gesetzt, ihr Abschluss landete jedoch in den Armen von Janning. Wenige Minuten später sorgte ein Freistoß aus dem Halbfeld für Gefahr: Matuschewski brachte den Ball auf den Kopf von Emily Yaple, deren Kopfball sich nur knapp über das Tor senkte. Auch ein weiterer Standard brachte beinahe die Führung für Sand. Nach einer Flanke von Jenny Gaugigl setzte sich Kim Schneider stark durch, nahm den Ball gekonnt an und schloss ab – doch Jenas Torhüterin parierte glänzend. Die Gastgeberinnen meldeten sich erst nach gut einer Stunde wieder offensiv, als Sand den Ball nicht klären konnte und Jule Baum einen abgefälschten Schuss im letzten Moment zur Ecke lenkte.
Individuelle Fehler führen zur Entscheidung
Trotz der spielerischen Vorteile musste der SC Sand in der 68. Minute einen Rückschlag hinnehmen. Nach einem Ballverlust im Aufbau nutzte Jena die Situation konsequent und erzielte das 2:1. Rund zehn Minuten später reagierte das Trainerteam und brachte mit Ronja Schaer, Maria Al Masri und Denise Landmann gleich drei frische Kräfte. Sand versuchte weiterhin alles, um zum Ausgleich zu kommen. Doch ein Fehlpass im Spielaufbau nach einem Abschlag landete bei einer Jenaer Angreiferin, die die Situation eiskalt ausnutzte und zum 3:1 traf (81.) Kurz darauf führte ein weiterer Fehler im Aufbau sogar zum 4:1 für den Erstligisten. Spätestens damit war die Partie entschieden und der Traum vom Halbfinale geplatzt.
Stimmen zum Spiel
Trotz der Niederlage kann der SC Sand auf eine starke Pokalreise zurückblicken. Auch gegen Jena zeigte das Team phasenweise eine sehr dominante Leistung und spielte mutig nach vorne. Einzig die Chancenverwertung verhinderte letztlich ein besseres Ergebnis.
Trainer Noah Veilandics lobte seine Mannschaft nach dem Spiel: „Zu Beginn ist es uns schwer gefallen, wir haben aber schnell zu unserem Spiel gefunden. Meiner Meinung nach waren wir die aktivere Mannschaft und haben dann das Momentum auf unsere Seite gezogen. Wir erzielen einen wunderschönen Ausgleich und können danach eigentlich sogar in Führung gehen. Anfang der zweiten Hälfte waren wir klar am Drücker, weil wir nach der Pause ein paar Dinge angepasst haben. Im Großen und Ganzen haben wir ein sehr mutiges und aktives Spiel gezeigt. Die Mannschaft kann auf jeden Fall sehr stolz auf sich sein. Jetzt heißt es abhaken und nach vorne schauen.“
Auch Cheftrainer Alexander Fischinger zeigte sich trotz der Enttäuschung stolz auf seine Mannschaft: „Die Enttäuschung ist riesig – wir haben uns mega verkauft. Bis zum 3:1 habe ich jeden Moment daran geglaubt. Mit diesem Tor ist unser Traum geplatzt, aber die Truppe spielt trotzdem eine fantastische Runde. Wir müssen den Fokus jetzt schnell auf Sonntag legen. Ich hadere ein wenig mit der ersten Halbzeit – da hatten wir die klareren Chancen, haben sie aber nicht genutzt.“
Foto: Maxi Höck


