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Bittere Niederlage in Potsdam

Donnerstag, 19. März 2026 · 17:00 Uhr2. Frauen-Bundesliga, 17. Spieltag

Ortenauerinnen verpassen durch eine 0:1-Niederlage gegen Turbine Potsdam die Tabellenführung

Spielbericht vom 19. März 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    VON LUKAS KELP.

    3500 Kilometer, drei Auswärtsspiele am Stück und nur acht Tage Zeit: Die Belastung für die Frauen des SC Sand in diesem Zeitraum war enorm. Am Donnerstagabend (19.03.2026) trat das Team im Rahmen des 17. Spieltags der 2. Frauen-Bundesliga auswärts beim 1. FFC Turbine Potsdam an. Die Partie im Karl-Liebknecht-Stadion war ursprünglich bereits für Mitte Februar angesetzt gewesen, musste jedoch aufgrund eines unbespielbaren Platzes mehrfach verschoben werden.

    Die Ausgangslage vor dem Duell war eindeutig: Mit einem Auswärtssieg hätten die Ortenauerinnen die Tabellenspitze übernehmen und den VfB Stuttgart vom ersten Platz verdrängen können. Entsprechend hochmotiviert ging der SC Sand trotz der kräftezehrenden Reisestrapazen in die Begegnung.

    Vier Änderungen in der Startformation

    Das Trainerteam um Alexander Fischinger und Noah Veilandics nahm beim SC Sand im Vergleich zum Spiel am Sonntag in Warbeyen vier Veränderungen in der Startelf vor. Sarah Wiesner, Denise Landmann und Julia Matuschewski mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. Zudem stand Milena Fischer, die zuvor in dieser Saison stets zum Einsatz gekommen war, erstmals nicht in der Anfangsformation. Dafür feierte die haitianische Nationalspielerin Chelsea Surpris ihr Startelf-Debüt. Außerdem kehrten Kapitänin Jenny Gaugigl, die ehemalige Potsdamerin Maria Almasri sowie Ivana Slipcevic nach abgesessener Gelbsperre in die erste Elf zurück.

    Wacher Beginn von Turbine, erste Annäherungen auf beiden Seiten

    Die Partie begann mit einem offensiven Auftakt der Gastgeberinnen von Turbine Potsdam, die bereits nach wenigen Sekunden mit einem langen Ball in die gegnerische Hälfte für ein erstes Ausrufezeichen sorgten. Der SC Sand zeigte sich jedoch aufmerksam und gewann die Situation früh zurück. In der Anfangsphase entwickelte sich ein intensives Spiel mit ersten Annäherungen auf beiden Seiten: Sand kombinierte sich in der zweiten Minute über die linke Seite gefährlich nach vorne, doch der Abschluss von Kim Schneider blieb ungenau. Kurz darauf kam auch Potsdam nach einem schnellen Umschaltmoment zu einer guten Gelegenheit, verfehlte das Tor jedoch knapp.

    SC Sand übernimmt Kontrolle und setzt Potsdam unter Druck

    Mit zunehmender Spieldauer übernahm der SC Sand mehr und mehr die Kontrolle über das Spielgeschehen. Durch konsequentes und hohes Pressing zwang die Mannschaft den Gegner immer wieder zu langen Bällen und konnte so die Spielanteile klar zu ihren Gunsten verschieben. Besonders über die Außenbahnen sorgten die Gäste für Gefahr, unter anderem durch mehrere Flankenläufe von Chelsea Surpris. Trotz guter Ansätze fehlte es im letzten Drittel jedoch häufig an der nötigen Präzision im Abschluss.

    Standardsituationen und Distanzversuche bleiben ohne Erfolg

    Auch bei Standardsituationen konnte sich der SC Sand mehrfach in Szene setzen. Nach einer Ecke von Kapitänin Jenny Gaugigl entstand kurzzeitig Gefahr im Fünfmeterraum, doch die Potsdamer Defensive klärte. Ein Freistoß aus aussichtsreicher Position durch Gaugigl in der 19. Minute verfehlte das Ziel. Die beste Möglichkeit ergab sich schließlich in der 33. Minute: Nach einer Ecke kam Ivana Slipcevic aus rund acht Metern zum Abschluss, ihr Versuch wurde jedoch in letzter Sekunde geblockt.

    Geduldsspiel ohne Torerfolg

    Trotz klarer Feldvorteile und hohem Ballbesitzanteil gelang es dem SC Sand nicht, zwingende Torchancen herauszuspielen. Potsdam beschränkte sich weitgehend auf eine kompakte Defensivarbeit und setzte vereinzelt auf schnelle Umschaltaktionen, die jedoch ebenfalls ohne Erfolg blieben. Die Partie entwickelte sich zunehmend zu einem Geduldsspiel, in dem Sand zwar dominierte, aber nicht entscheidend durchbrechen konnte.

    Torlose erste Halbzeit trotz Überlegenheit

    In der Schlussphase der ersten Hälfte blieb das Bild unverändert: Der SC Sand bestimmte das Spiel, während Turbine Potsdam auf Konter lauerte. Eine kurze Unterbrechung nach einer Verletzung von Maria Almasri brachte keinen Bruch in den Spielfluss. Auch eine Potsdamer Gelegenheit kurz vor der Pause blieb ungenutzt. So ging es nach 45 Minuten vor rund 300 Zuschauerinnen und Zuschauern mit einem torlosen 0:0 in die Kabinen. Angesichts der Spielanteile und Feldvorteile fiel das Ergebnis aus Sicht des SC Sand eher unbefriedigend aus, da die Mannschaft ihre Überlegenheit nicht in Tore ummünzen konnte.

    Starker Beginn nach der Pause ohne Ertrag

    Nach der Pause reagierte das Trainerteam um Alexander Fischinger und Noah Veilandics prompt und nahm gleich zwei Wechsel vor: Julia Matuschewski und Milena Fischer kamen neu in die Partie, während Maria Almasri und Leni Fischer in der Kabine blieben. In den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs spiegelte sich zunächst das Geschehen aus Halbzeit eins wider. Der SC Sand übernahm die Initiative und suchte weiterhin den Weg nach vorne. In der 55. Minute wurde Pija Reininger steil geschickt, legte den Ball quer ins Zentrum, doch Potsdams Torhüterin war zur Stelle und konnte klären. Nur zwei Minuten später kombinierten sich die Sanderinnen erneut sehenswert in die gegnerische Hälfte. Über die eingewechselte Milena Partie gelangte der Ball zu Reininger, die im Strafraum zum Abschluss kam, jedoch ohne Erfolg blieb. In dieser Phase liefen die Gastgeberinnen allerdings mehrfach in Abseitspositionen.

    Chancenplus für Sand – Potsdam hält dagegen

    In der 65. Minute erhielt der SC Sand einen Freistoß aus halblinker Position. Julia Matuschewski übernahm die Verantwortung und versuchte es direkt, doch erneut war Potsdams Schlussfrau Plöchinger zur Stelle und parierte sicher. Die Begegnung entwickelte sich zunehmend zu einer Geduldsprobe für die Ortenauerinnen. Trotz spielerischer Überlegenheit fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss. In der 70. Minute bot sich Reininger nach einem Chipball die große Chance zur Führung, doch im Eins-gegen-eins behielt die gegnerische Torhüterin die Oberhand. Kurz darauf stellte Sand nochmals offensiv um: In der 72. Minute verließ Innenverteidigerin und Kapitänin Jenny Gaugigl das Feld, für sie kam mit Anne Rotzinger eine offensivere Option ins Spiel.

    Intensive Schlussphase mit Großchancen

    Die Partie gewann nun deutlich an Intensität. Bereits in der 74. Minute ergab sich eine Doppelchance für den SC Sand, doch weder Matuschewski noch Reininger oder Schneider konnten den Ball entscheidend im Tor unterbringen. Auch Turbine Potsdam setzte Nadelstiche: In der 76. Minute erhielten die Gastgeberinnen einen gefährlichen Freistoß von der rechten Strafraumkante, den Sands Torhüterin Jule Baum mit einer starken Parade entschärfte. Ebenso kam nun Denise Landmann (78.) für Ronja Schaer ins Spiel. Ein weiterer Freistoß von Matuschewski in der 80. Minute fand ebenfalls nicht den Weg ins Tor, sondern landete in den Händen von Plöchinger.

    Später Gegentreffer entscheidet die Partie

    Dann kam es, wie es im Fußball oft passiert: Trotz der klareren Spielanteile für den SC Sand erzielte Turbine Potsdam in der 85. Minute aus dem Nichts den 1:0-Führungstreffer. Nur eine Minute später reagierte Sand mit dem letzten Wechsel: Moemi Ishibuchi ersetzte Emily Yaple.

    Aufopferungsvoller Schlussspurt bleibt unbelohnt

    In der Schlussphase warf der SC Sand alles nach vorne. Selbst Innenverteidigerin Denise Landmann wurde ins Sturmzentrum beordert, um für zusätzliche Torgefahr zu sorgen. In der 90. Minute hatte sie per Kopf die große Chance auf den Ausgleich, verfehlte das Tor jedoch knapp. Nach 94 intensiven Minuten beendete die Schiedsrichterin die Partie. Der SC Sand musste sich trotz sehr engagierter Leistung und zahlreicher Chancen bitter mit 0:1 in Potsdam geschlagen geben. „Die heutige Niederlage ist extrem ärgerlich für alle Beteiligte, wir haben über 90 Minuten auf ein Tor gespielt und bekommen kurz vor dem Ende das Gegentor. Wir hätten mindestens einen Punkt mitnehmen müssen. Jetzt heißt es zu regenerieren und am Sonntag vor eigenem Publikum gegen Viktoria die nächsten drei Punkte einzufahren“, so Sands sportlicher Leiter Sascha Reiss.

    Ausblick

    Am kommenden Sonntag (22.03.2026) steht für den SC Sand bereits die nächste wichtige Aufgabe an. Vor heimischer Kulisse empfängt die Mannschaft um 14 Uhr Viktoria Berlin – eine Partie, die trotz der kurzen Regenerationszeit nach den intensiven Auswärtsspielen erneut höchste Konzentration und Einsatzbereitschaft erfordern wird.

    1.FFC Turbine Potsdam – SC Sand 1:0 (0:0)

    Tor: 1:0 Bianca Schmidt

    1.FFC Turbine Potsdam: Plöchinger, Kirschstein, Schmid, Krawczyk, Mori (66. Schmidt), Gnädig (79. Eidson), Dommasch, Wohner (94. Lins), Bobbe, Hüsch, Lindner (79. Hampel)

    SC Sand: Baum – Yaple (88. Ishibuchi), Gaugigl (73. Rotzinger), Schaer (78. Landmann), Surpris – Slipcevic, L. Fischer (46. M. Fischer), Takizawa – Reininger, Almasri (46. Matuschewski), Schneider

    Schiedsrichterin: Thao-Quyen Nguyen (TSB Flensburg)

    Zuschauer: 292

    Bild: Maxi Höck