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Jovana Damnjanović im Interview

Ex-Sanderin nutzte das Ortenauer-Sprungbrett für eine titelreiche Laufbahn

Artikel vom 24. September 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    VON LUKAS KELP.

    1. Du hast den DFB-Pokal zuletzt zweimal in Folge mit dem FC Bayern München gewonnen. Wie fühlt sich dieser Moment an, wenn der Schlusspfiff ertönt und man anschließend die Trophäe in den Himmel reckt?

    Es ist ein unglaubliches Gefühl. Dieses Spiel bedeutet einem sehr viel, weil man weiß, dass es nur dieses eine Spiel gibt und alles passieren kann. Vor so einer Kulisse in Köln zu spielen und am Ende den Pokal in die Höhe zu stemmen, ist einfach etwas ganz Besonderes und ein Moment, den man nie vergisst.

     

    2. Von 2015 bis 2017 hast du für den SC Sand gespielt. Wie erinnerst du dich heute an deine Zeit in der Ortenau? Was ist dir aus diesen Jahren besonders im Gedächtnis geblieben?

    Ich habe zwei wunderschöne Jahre in Sand verbracht und sage bis heute, dass diese Zeit sehr wichtig für meine Karriere war. Ich kam damals als 20-jährige Spielerin aus Wolfsburg und war auf der Suche nach Spielzeit und meinem Platz im Fußball. In Sand habe ich aber viel mehr als das gefunden. Ich habe unglaublich viel gelernt, viele Erfahrungen gesammelt und Freundschaften fürs Leben geschlossen. Auch die ganze Region und die Menschen dort sind mir bis heute sehr positiv in Erinnerung geblieben.

     

    3. Im Pokalfinale 2016 und 2017 hast du jeweils gegen den VfL Wolfsburg getroffen – deinen Ex-Verein. Wie war es für dich, ausgerechnet gegen Wolfsburg im Finale zu treffen? Und wie erinnerst du dich insgesamt an diese beiden Pokalfinalspiele?

    Ich erinnere mich noch sehr gut an diese beiden Spiele. Beide Finals waren unglaublich intensiv und wir waren zweimal sehr nah dran, den Pokal nach Sand zu holen. Wolfsburg war damals aber einfach sehr stark und hatte mehr Erfahrung. Natürlich ist es schade, dass wir den Pokal nicht gewinnen konnten, aber diese beiden Finals und meine Tore dort werde ich definitiv nie vergessen.

     

    4. Nach deiner Zeit in Sand ging es für dich beim FC Bayern München weiter, wo du in den vergangenen Jahren zahlreiche Titel gewinnen konntest. Denkst du trotzdem noch regelmäßig an deine Zeit beim SC Sand zurück? Und was macht diesen besonderen Dorfverein im Vergleich zu einer Weltmarke wie dem FC Bayern aus?

    Natürlich denke ich noch sehr gerne an diese Zeit zurück. Ich glaube, ohne meine Jahre in Sand wäre mein Weg vielleicht ganz anders verlaufen und ich wäre heute möglicherweise nicht dort, wo ich bin. Der Verein hat einfach etwas Besonderes.

    Natürlich kann man Sand und Bayern in vielen Bereichen nicht miteinander vergleichen. Aber gerade dieser Zusammenhalt in Sand, wie wir gemeinsam Lösungen gefunden und mit unseren Möglichkeiten immer versucht haben, das Maximum herauszuholen, bleibt für immer in Erinnerung. Genauso wie die Menschen, mit denen ich damals die Kabine und einen großen Teil meines Lebens geteilt habe.

     

    5. 2016 hast du unter Trainer Alex Fischinger im Pokalfinale gespielt. Wie hast du die Zusammenarbeit mit ihm erlebt? Ihr steht bis heute in Kontakt – spricht das für dich für eine besondere und positive Verbindung aus dieser gemeinsamen Zeit?

    Alex ist ein toller Trainer und vor allem ein großartiger Mensch. Er hat eine besondere Energie und kann diese auch auf seine Mannschaft übertragen. Wir sind bis heute in Kontakt und haben uns über die Jahre immer wieder gesehen, was mich sehr freut. Ich weiß, dass er mittlerweile eine neue Funktion übernommen hat, und wünsche ihm dafür und für alles, was noch kommt, nur das Beste.

     

    6. Wenn du den SC Sand in nur drei Worten beschreiben müsstest – welche wären es?

    Familie. Zusammenhalt. Allen Widerständen zum Trotz.

     

    7. Ein Gedankenexperiment: Wäre für dich ein Pokalfinale zwischen dem SC Sand und dem FC Bayern München in Köln denkbar? Und wie würdest du dich fühlen, wenn es tatsächlich dazu kommen würde?

    Warum nicht? Im Pokal ist in einem Spiel immer alles möglich. Wenn Sand es vor zehn Jahren geschafft hat, bis ins Finale nach Köln zu kommen, kann es auch wieder passieren. Für mich persönlich wäre so ein Finale natürlich etwas ganz Besonderes und ich würde mich sehr darüber freuen.

     

    8. Der SC Sand trifft im Pokal wieder auf den VfL Wolfsburg. Was möchtest du den Sanderinnen für dieses besondere Pokalspiel mit auf den Weg geben?

    Sie sollen an sich glauben, mutig sein und das Spiel genießen. Es ist nur ein Spiel und im Pokal kann immer etwas passieren. Sie sollen als Mannschaft zusammenhalten und bis zum Ende alles geben. Ich werde ihnen auf jeden Fall die Daumen drücken.

     

    9. Sieht man dich vielleicht irgendwann wieder bei einem Heimspiel in der ADAMS Arena – sofern es dein Terminkalender zulässt?

    Sehr gerne. Ich würde wirklich gerne wieder einmal nach Sand kommen und mir ein Spiel anschauen. Momentan ist unser Kalender mit Bundesliga, Champions League, Pokal und Nationalmannschaft natürlich sehr voll. Aber ich komme immer gerne in die Region und hoffe, dass es irgendwann wieder klappt.

     

    10. Zum Abschluss noch ein konkreter Tipp: Was glaubst du, wie endet das Pokalspiel zwischen dem SC Sand und dem VfL Wolfsburg? Und glaubst du an das Sprichwort „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“?

    Einen genauen Ergebnistipp möchte ich lieber nicht abgeben. Aber ich weiß, dass sich Sand Mädels sehr gut auf dieses Spiel vorbereiten werden. Für solche Spiele brauchst du keine externe Motivation, du weißt wieviel du gewinnen kannst.

    Und ja, ich glaube definitiv daran, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Ich hoffe natürlich auf das bestmögliche Ergebnis für Sand und drücke den Mädels die Daumen

    Bild: FC Bayern München