Arbeitssieg in Nordrhein-Westfalen

Ortenauerinnen gewinnen in Warbeyen und visieren die Tabellenführung am Donnerstag an
Spielbericht vom 15. März 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
VON LUKAS KELP.
Die Frauen des SC Sand gastierten am Sonntagmittag im Rahmen des 19. Spieltags der 2. Frauen-Bundesliga auswärts beim Tabellenletzten VfR SW Warbeyen. Der Tabellenzweite aus der Ortenau wollte die positiven Erkenntnisse aus den vergangenen Wochen mit in die Partie nehmen und auch in Nordrhein-Westfalen ein Erfolgserlebnis einfahren. Das Hinspiel konnten die Sanderinnen vor heimischer Kulisse deutlich mit 7:1 für sich entscheiden, doch Warbeyen präsentierte sich in der Rückrunde deutlich verbessert. Nach dem Trainerwechsel hin zu Thomas Gerstner setzte der Aufsteiger bereits einige Ausrufezeichen, weshalb alle Beteiligten gespannt auf das Duell am Niederrhein blickten.
Zwei Veränderungen in der Startformation
Das Trainerteam um Alexander Fischinger und Noah Veilandics nahm im Vergleich zum Pokalspiel gegen Jena zwei Veränderungen in der Startformation vor. Die kroatische Nationalspielerin Ivana Slipcevic fehlte gelbgesperrt, zudem nahm Kapitänin Jenny Gaugigl zunächst auf der Bank Platz. In die Startelf rückten dafür Ronja Schaer und Denise Landmann, während das restliche Personal unverändert blieb.
Wacher Beginn des SC Sand
Die Frauen des SC Sand starteten aufmerksam in die Partie. Direkt nach dem Anstoß versuchte Denise Landmann mit einem langen Ball in die Tiefe die startende Pija Reininger einzusetzen. Warbeyen konnte die Situation jedoch klären und schlug im Gegenzug ebenfalls einen langen Ball nach vorne, den Landmann sicher entschärfte. Bereits in der zweiten Spielminute wurde Sands Stürmerin Julia Matuschewski auf der linken Außenbahn angespielt. Sie nahm Tempo auf und spielte einen Ball in die Mitte, doch Kim Schneider verpasste das Spielgerät knapp. In der Folge übernahm der Tabellenzweite aus der Ortenau zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen und ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen. Der schwierige Untergrund erschwerte allerdings beiden Teams immer wieder einen sauberen Spielaufbau.
Matuschewski verwandelt Strafstoß zur Führung
In der zwölften Spielminute kamen die „Schwarzen Schwäne“ erstmals gefährlich nach vorne. Ein langer Ball landete hinter der Sander Abwehrkette, Warbeyens Nummer 11 dribbelte von rechts in Richtung Strafraum. Milena Fischer und Ronja Schaer konnten die Situation jedoch gemeinsam klären. Kurz darauf erhielt der VfR Warbeyen einen Eckball, der für kurze Unruhe im Strafraum des SC Sand sorgte, allerdings ohne zwingende Torgefahr. In der 20. Spielminute gingen die Gäste schließlich in Führung. Flügelspielerin Pija Reininger wurde mit einem Ball in die Tiefe geschickt und im Strafraum in letzter Sekunde durch ein Foul gestoppt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Julia Matuschewski souverän zur 1:0-Führung. Nur drei Minuten später hatte Sand die große Chance auf das zweite Tor. Pija Reininger wurde im Strafraum freigespielt und kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch Warbeyens Torhüterin reagierte stark und verhinderte das 2:0.
Sand drängt auf den zweiten Treffer
Mit der Führung im Rücken spielte der SC Sand weiterhin zielstrebig nach vorne und arbeitete am nächsten Treffer. In der 25. Minute brachte die aufgerückte Außenverteidigerin Emily Yaple eine Flanke von der linken Seite in den Strafraum. Milena Fischer verpasste den Ball jedoch nur knapp. Nach rund einer halben Stunde wurde Sand erneut nach einem Standard gefährlich. Eine Ecke von Julia Matuschewski fand Denise Landmann, die frei zum Kopfball kam, doch Warbeyen klärte in letzter Sekunde. Die Gastgeberinnen aus Warbeyen kamen zunächst kaum gefährlich vor das Tor des SC Sand. Erst ein Freistoß aus halbrechter Position sorgte für Gefahr, als der Ball nur wenige Zentimeter am Pfosten vorbeistrich. In der 36. Spielminute bot sich dem SC Sand die nächste Großchance. Nach einem Ball in die Tiefe setzte sich Pija Reininger zunächst stark gegen zwei Gegenspielerinnen durch und kam zum Abschluss, doch eine Warbeyener Abwehrspielerin warf sich noch entscheidend dazwischen.
Warbeyen wird vor der Pause stärker
Gegen Ende der ersten Halbzeit wurden die „Schwarzen Schwäne“ zunehmend aktiver und suchten häufiger den Weg nach vorne. Der SC Sand musste nun mehr Defensivarbeit leisten.
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erspielte sich Sand dennoch eine weitere hochkarätige Möglichkeit. Erneut wurde Pija Reininger mit einem Ball in die Tiefe geschickt und lief allein auf Warbeyens Torhüterin zu. Diese reagierte jedoch stark und parierte den Abschluss. So ging es aus Sicht des VfR Warbeyen und des SC Sand mit einem etwas schmeichelhaften 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause.
Doppelwechsel zur Halbzeit bringt frischen Schwung
Zur Pause reagierte das Trainerteam des SC Sand mit zwei personellen Veränderungen. Die bereits gelbverwarnte Emily Yaple sowie Kim Schneider blieben in der Kabine. Dafür feierte die haitianische Nationalspielerin Chelsea Surpris nach monatelanger Verletzungspause ihr Debüt für die Ortenauerinnen. Ebenfalls neu in die Partie kam Moemi Ishibuchi, die sofort neue Impulse im Offensivspiel setzte.
Wiesner erhöht kurz nach Wiederanpfiff
Der SC Sand erwischte den besseren Start in die zweite Halbzeit und nutzte direkt die erste Gelegenheit. Nach einer Ecke in der 50. Minute landete der zweite Ball bei Sarah Wiesner, die diesen souverän im Tor unterbrachte und auf 2:0 erhöhte. In der Folge blieb Sand am Drücker. Wenig später bot sich Pija Reininger die nächste Möglichkeit, als sie aus halblinker Position zum Abschluss kam. Auch die eingewechselte Moemi Ishibuchi setzte Akzente: In der 60. Minute brachte sie eine gefährliche Flanke von der rechten Seite in den Strafraum, doch die Torhüterin des VfR Warbeyen konnte klären.
SC Sand kontrolliert das Spiel
Nach dem zweiten Treffer präsentierten sich die Sanderinnen weiterhin konzentriert und versuchten, mehr Ruhe ins Spiel zu bringen. Für Torschützin Sarah Wiesner kam Anne Rotzinger neu in die Begegnung. Der VfR Warbeyen hatte in dieser Phase große Schwierigkeiten, für Entlastung zu sorgen. Angriff um Angriff rollte auf das Warbeyener Tor zu, während eigene Vorstöße der Gastgeberinnen kaum zustande kamen.
Reininger entscheidet die Partie
In der 70. Minute fiel schließlich die Vorentscheidung. Pija Reininger wurde auf der linken Seite frei angespielt, blieb vor der gegnerischen Torhüterin ruhig und verwandelte sicher zum 3:0.
Nur zwei Minuten später nutzte der SC Sand auch seine letzten Wechselmöglichkeiten. Kapitänin Jenny Gaugigl und Stürmerin Maria Almasri kamen ins Spiel. Für Torschützin Reininger sowie Milena Fischer war die Partie damit beendet.
Hektische Schlussphase mit spätem Gegentor
In der Schlussviertelstunde kontrollierten die Sanderinnen das Spielgeschehen, mit einer Ausnahme kurz vor dem Abpfiff. Der VfR Warbeyen war nun fast ausschließlich mit Defensivarbeit beschäftigt. Sechs Minuten vor dem Ende dribbelte Sands Mittelfeldspielerin Leni Fischer von der linken Seite in den Strafraum und spielte den Ball in die Mitte. Dort verpassten jedoch gleich mehrere Spielerinnen des SC Sand knapp. In den letzten Minuten machte sich bei Sand die Belastung der intensiven englischen Wochen bemerkbar, wodurch das Spiel etwas an Tempo verlor. In der 90. Minute erhielt Warbeyen noch einen Freistoß aus rund 20 Metern. Den ersten Schuss parierte Sands Torhüterin Jule Baum, doch den Abpraller verwandelten die Gastgeberinnen zum 1:3-Anschlusstreffer.
Sand bleibt Stuttgart dicht auf den Fersen
Kurz danach beendete die Schiedsrichterin die Partie. Mit dem 3:1-Auswärtssieg behauptet der SC Sand den zweiten Tabellenplatz und bleibt weiterhin in Schlagdistanz zum Spitzenreiter VfB Stuttgart. Der Rückstand beträgt nur noch einen Punkt – bei einem Spiel weniger. Bereits am kommenden Donnerstag könnten die Ortenauerinnen mit einem weiteren Sieg die Tabellenspitze übernehmen. „Ein souveräner und konzentrierter Auswärtssieg für den SC Sand. Warbeyen hielt über weite Strecken engagiert dagegen und zeigte großen Einsatz. Dennoch setzte sich Sand letztlich verdient durch – solche Spiele muss man erst einmal gewinnen“, so Sands sportlicher Leiter Sascha Reiss.
Ausblick
Nach der Auswärtspartie in Nordrhein-Westfalen geht es für die Frauen des SC Sand nahtlos weiter: Bereits am kommenden Donnerstag (19.03.) gastieren die Ortenauerinnen beim früheren Champions-League-Sieger 1. FFC Turbine Potsdam. Nur drei Tage später steht dann wieder ein Heimspiel auf dem Programm – am Sonntag (22.03.) empfängt Sand um 14 Uhr FC Viktoria Berlin vor heimischer Kulisse.
VfR Warbeyen – SC Sand 1:3 (0:1)
Tor: 0:1 Julia Matuschweski (19.), 0:2 Sarah Wiesner (51.), 0:3 Pija Reininger (65.), 1:3 Lotte Masseling (90.)
VfR Warbeyen: Milam, Hoevers, Gouriye, Ahamad (81. Laufer), Mushtaq (76. Warps), Barbara (57. Sivakova), Yordy, Oerding, El Messaoudi (46. Masseling), Howard, Cleven (46. Verkuijl)
SC Sand: Baum – Yaple (46. Surpris), Landmann, Schaer, Wiesner (60. Rotzinger) – M. Fischer (69. Gaugigl), L. Fischer, Takizawa – Reininger (69. Almasri), Matuschewski, Schneider (46. Ishibuchi)
Schiedsrichterin: Celina Sophie Böhm (SV Eintracht Lüneburg)
Bild: Martina Pieper
Zuschauer: 158


