SC Sand gewinnt auswärts in Jena

Schiedsrichter: Marie-Theres MühlbauerLinienrichter: Jessica Reif, Alisa Vogel
Zuschauer: 481
Ortenauerinnen beenden die Negativserie - Einstand nach Maß für Trainer Gallai
Spielbericht vom 4. Oktober 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
VON LUKAS KELP.
Der SC Sand war am Sonntagnachmittag am 8. Spieltag beim FC Carl Zeiss Jena zu Gast. Nach zuletzt fünf Pflichtspielen ohne Sieg wollten die Ortenauerinnen in Thüringen die Trendwende einleiten. Für den neuen Cheftrainer Gabor Gallai war die Partie zugleich die Premiere an der Seitenlinie.
Im Vergleich zum Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg nahm das Trainerteam eine Veränderung in der Startformation vor. Die wiedergenesene Christina Alp rückte in die Anfangself und ersetzte Denise Landmann.
Sand beginnt mit Tempo und klarer Idee
Die Sanderinnen starteten konzentriert in die Begegnung, bereits in der 2. Spielminute gehörte den Gästen die erste Standardsituation. Chelsea Surpris brachte einen Freistoß auf den kurzen Pfosten, konnte damit jedoch noch keine entscheidende Gefahr entfachen. Die erste nennenswerte Möglichkeit der Partie gehörte anschließend den Gastgeberinnen. Nach einem Fehler im Sander Spielaufbau kam die ehemalige Sanderin Anne Rotzinger in der 5. Minute aus halblinker Position zum Abschluss.
Der SC Sand ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und fand zunehmend besser in die Begegnung. Die neuen Spielprinzipien waren sichtbar: Über die schnellen Außenspielerinnen suchten die Ortenauerinnen den direkten Weg in die Angriffszone. Immer wieder wurden Reininger und Kardesler als Zielspielerinnen gesucht, um nach Ballgewinnen mit Tempo hinter die Jenaer Abwehr zu kommen.
Ugochukwu sorgt erstmals für Gefahr
In der 12. Minute verzeichnete der SC Sand seine erste große Annäherung an das Jenaer Tor. Nach einem zentralen Freistoß aus rund 18 Metern nahm Melissa Ugochukwu Maß und prüfte Jenas Torhüterin Janning. Die Schlussfrau konnte den Versuch auf der Linie parieren, auch der anschließende Rebound sorgte noch einmal für Unruhe im Strafraum der Thüringerinnen.
Jena hielt dagegen und kam seinerseits zu weiteren Standardsituationen. Nach einem Eckball in der 25. Minute wurde der Ball an den zweiten Pfosten verlängert und anschließend ins Zentrum geköpft. Sands Torhüterin Schlime war aufmerksam und entschärfte die Situation souverän.
Jena wird aktiver – Sand bleibt geduldig
Mit zunehmender Spieldauer erhöhte der Bundesliga-Absteiger den Druck. Rund um die halbe Stunde verlagerte sich das Geschehen zunehmend in die Sander Hälfte. In der 28. Minute suchte Annika Wohner von der linken Strafraumecke den Abschluss, blieb mit ihrem Versuch jedoch ohne Erfolg.
Der SC Sand verteidigte konzentriert und hielt dem zunehmenden Druck stand. Gleichzeitig warteten die Ortenauerinnen geduldig auf ihre Momente, um nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Genau dieser Ansatz sollte sich kurz darauf auszahlen.
Ugochukwu belohnt Sander Aufwand
In der 36. Spielminute schlug Sand zu. Nach einer engagierten und konzentrierten ersten Halbzeit belohnte sich die Mannschaft für ihren Aufwand: Melissa Ugochukwu kam im Strafraum auf der linken Seite zum Abschluss und setzte den Ball präzise ins untere rechte Eck. 0:1 – die Gäste hatten die Partie damit auf ihre Seite gezogen.
Der Treffer gab den Sanderinnen zusätzlichen Rückenwind. Nur zwei Minuten später lag sogar das zweite Tor in der Luft. Vildan Kardesler setzte sich auf der rechten Außenbahn mit Tempo durch und drang in die Jenaer Hälfte vor. Vor dem Strafraum legte sie quer auf die einstartende Reininger, doch die Sander Torjägerin verpasste den Abschluss denkbar knapp.
Verdiente Führung zur Pause
Der SC Sand brachte die knappe Führung anschließend sicher in die Halbzeitpause. Die Ortenauerinnen präsentierten sich in den ersten 45 Minuten aufmerksam, mutig und zunehmend zielstrebig. Vor allem die sichtbaren Ansätze der neuen Spielidee verliehen dem Auftritt eine bemerkenswerte Klarheit.
Sand bleibt hellwach – Reininger verpasst die Vorentscheidung
Personell unverändert kamen beide Mannschaften aus der Kabine. Die erste Offensivaktion des zweiten Durchgangs gehörte erneut dem SC Sand. Nach einer Ecke von Chelsea Surpris kam Melissa Ugochukwu im Strafraum zum Abschluss, konnte den Ball jedoch nicht entscheidend auf das Jenaer Tor bringen. Die Ortenauerinnen blieben auch nach dem Seitenwechsel aufmerksam und setzten die Gastgeberinnen früh unter Druck. Immer wieder provozierte Sand Fehler im Jenaer Aufbauspiel und sorgte damit für Unruhe in den Reihen des Bundesliga-Absteigers.
In der 54. Spielminute bot sich dem SC Sand die große Gelegenheit, die Führung auszubauen. Pija Reininger tauchte frei vor Jenas Torhüterin auf und kam zum Abschluss. Doch Schlime im Sander Tor bewahrte ihre Mannschaft mit einer starken Parade davor, den hart erarbeiteten Vorsprung aus der Hand zu geben.
Jena sucht die Antwort
Die Gastgeberinnen fanden anschließend wieder besser in die Partie. In der 58. Minute erhielt Jena einen Freistoß aus rund 18 Metern in aussichtsreicher Position zugesprochen. Terakaj nahm sich der Aufgabe an, ihr Versuch blieb jedoch in der dicht gestaffelten Sander Mauer hängen.
Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich eine zunehmend umkämpfte Begegnung. Um die 70. Minute verlagerte sich das Geschehen weitgehend ins Mittelfeld. Beide Mannschaften agierten mit großer Vorsicht und waren darauf bedacht, keinen entscheidenden Fehler zu produzieren. Für Sand stand dabei immer stärker die Verwaltung des knappen Vorsprungs im Mittelpunkt.
Sander Abwehr hält dem Druck stand
Jena warf nun alles nach vorne und erhöhte den Druck auf das Sander Tor. Die Ortenauerinnen mussten zunehmend tief verteidigen und kamen nur noch selten zu Entlastungsangriffen. Dennoch blieb die Defensive stabil und verteidigte mit großer Konsequenz gegen die anlaufenden Thüringerinnen. In der 79. Minute reagierte das Sander Trainerteam erstmals personell und nahm einen Doppelwechsel vor. Sara Sahiti und Daniela Schwarz kamen für Kim Schneider und Vildan Kardesler in die Partie. Mit frischen Kräften sollte die Defensive weiter stabilisiert und zugleich über die Außenbahnen für Entlastung gesorgt werden.
Die Schlussphase wurde zur Bewährungsprobe für die Sander Defensive. Jena drängte mit Nachdruck auf den Ausgleich, doch die Ortenauerinnen warfen sich in die Zweikämpfe, verteidigten konzentriert und ließen kaum klare Abschlüsse zu. Wann immer sich die Möglichkeit bot, suchte Sand über die schnellen Außenspielerinnen den Weg nach vorne.
Sand gewinnt in Jena
Dann war es geschafft: Der SC Sand brachte die knappe Führung über die Zeit und durfte in Jena einen eminent wichtigen Auswärtssieg bejubeln. Nach fünf Pflichtspielen ohne Erfolg gelang den Ortenauerinnen ausgerechnet beim Bundesliga-Absteiger die ersehnte Trendwende. Gabor Gallai feierte bei seinem Pflichtspieldebüt als Cheftrainer damit einen Einstand nach Maß.
FC CARL ZEISS JENA - SC SAND 0:1 (0:0)
FC Carl Zeiss Jena: Janning, Petersen, Hähnel, Gora, Olmala (72. Knöll), Reske (57. Terakaj), Broddheimer, Wohner (86. Frischknecht), Rintzner, Juckel, Rotzinger (57. Mauly)
Ersatz: Plöchinger (ETW), Terakaj, Frischknecht, Mauly, Kröll, Wiesner, Ebels
SC Sand: Schlime, Surpris, Tsaroucha, Fischer, Ugochukwu (92. Olsen), Schneider (79. Sahiti), Reininger (88. Heck), Alp, Blümel, Gerber, Kardesler (79. Schwarz)
Ersatz: Petri (ETW), Landmann, Olsen, Sahiti, Schwarz, Schmid, Heck
Schiedsrichter: Marie-Theres Mühlbauer
Zuschauer: 481
Tore: 0:1 Melissa Ugochukwu (36.)
Bild: Tobias Geiser


