Späte Niederlage gegen Essen

Schiedsrichter: Anna-Lena WeissLinienrichter: Nina Werthschulte, Carina Sokolowski
Ortenauerinnen verlieren vor heimischer Kulisse mit 0:1
Spielbericht vom 8. November 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
VON LUKAS KELP.
Am heutigen Sonntagmittag empfingen die Frauen des SC Sand im Rahmen des 11. Spieltags der 2. Frauen-Bundesliga die SGS Essen im heimischen Stadion. Gegen den Bundesliga-Absteiger aus Nordrhein-Westfalen hatten die Ortenauerinnen das klare Ziel, mit einem positiven Ergebnis wichtige Punkte einzufahren und sich in der Tabelle weiter nach vorne zu arbeiten. Im Vergleich zur Auswärtspartie beim FC Ingolstadt nahm das Trainerteam lediglich eine Veränderung in der Startelf vor: Kim Schneider rückte für Christina Alp in die Anfangsformation.
Offener Schlagabtausch mit ersten Chancen auf beiden Seiten
Die SGS Essen setzte bereits in der ersten Spielminute ein erstes offensives Ausrufezeichen. Top-Torjägerin Spitzner kam zentral vor dem Tor zum Abschluss, stellte Sands Torhüterin Schlime jedoch zunächst vor keine unlösbare Aufgabe. Der SC Sand benötigte einige Minuten, um in die Partie zu finden. Die Gäste aus Essen suchten von Beginn an mit wenigen Kontakten den direkten Weg in die Tiefe und versuchten insbesondere über ihre schnellen Außenspielerinnen für Gefahr zu sorgen.
Die erste vielversprechende Möglichkeit der Ortenauerinnen ergab sich in der fünften Spielminute. Vildan Kardesler schickte Pija Reininger mit einem präzisen Pass über die rechte Seite auf die Reise. Da Essens Torhüterin Sindermann weit vor ihrem Kasten stand, bot sich Reininger die Gelegenheit, die Schlussfrau zu überwinden. Ihr Abschluss geriet jedoch zu ungenau und landete im Seitenaus. Auf der Gegenseite musste sich Schlime in der achten Spielminute erstmals richtig auszeichnen, als sie einen Essener Abschluss mit einer starken Parade auf der Linie entschärfte.
SC Sand übernimmt zunehmend die Kontrolle
Auch offensiv setzte der SC Sand immer wieder Akzente. In der 13. Spielminute bot sich den Gastgeberinnen nach einem Freistoß aus halbrechter Position, rund 20 Meter vor dem Tor, eine gute Gelegenheit. Der Ball wurde zentral in den Essener Strafraum gebracht, wo Athanasia Tsaroucha freistehend an das Spielgerät kam. Beim Versuch, den Ball zu verwerten, traf sie jedoch die gegnerische Torhüterin.
Nur eine Minute später rollte der nächste vielversprechende Sandhäuser Angriff. Über Olsen und Ugochukwu gelangte der Ball auf die linke Außenbahn zu Pija Reininger. Mit hohem Tempo setzte sie sich gegen ihre Gegenspielerin durch, wurde im letzten Moment jedoch noch entscheidend gestört. Der anschließende Eckball brachte die nächste Möglichkeit: Charlotte Blümel kam in aussichtsreicher Position frei zum Abschluss.
Verwehrter Elfmeter für Sand
In der 17. Spielminute stand der SC Sand erneut im Mittelpunkt einer strittigen Szene. Nach einem aktiven Handspiel einer Essener Abwehrspielerin im eigenen Strafraum blieb der erhoffte Strafstoßpfiff jedoch aus. Im direkten Gegenzug hätte sich diese vergebene Gelegenheit beinahe gerächt. Essen schaltete schnell um und brachte Wirnsberger in eine aussichtsreiche Abschlussposition. Frei vor Schlime suchte sie den Abschluss, doch die luxemburgische Torhüterin behielt die Nerven, wartete lange und parierte glänzend.
Chancen auf beiden Seiten – Tore bleiben aus
In dieser Phase präsentierte sich der SC Sand als spielbestimmende Mannschaft und stellte den Tabellenzweiten aus Essen vor erhebliche Probleme. Mit aggressivem Pressing setzten die Ortenauerinnen die Gäste früh unter Druck und versuchten, deren Spielaufbau bereits im Ansatz zu unterbinden. Die Mannschaft von Trainerin Jaques wirkte zunehmend verunsichert, während Sand immer wieder offensive Lösungen fand. Lediglich die konsequente Verwertung der herausgespielten Möglichkeiten fehlte den Gastgeberinnen.
Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie jedoch körperbetonter. Rund um die 30. Spielminute häuften sich die Foulspiele, zudem verteilte der Unparteiische mehrere Gelbe Karten. Der Spielfluss litt darunter merklich, sodass sich auf beiden Seiten nur noch wenige klare Abschlussmöglichkeiten ergaben.
Torloses Remis zur Pause
Trotz der zahlreichen Offensivaktionen und einer intensiven ersten Halbzeit blieb ein Treffer aus. So verabschiedeten sich beide Mannschaften beim Stand von 0:0 in die Halbzeitpause. Der SC Sand durfte angesichts seiner engagierten und über weite Strecken spielbestimmenden Vorstellung durchaus mit Selbstvertrauen in den zweiten Durchgang gehen.
Essen erhöht den Druck – Schlime hält Sand zunächst im Spiel
Der SC Sand ging ohne personelle Veränderungen in die zweite Halbzeit, während die SGS Essen zum Wiederanpfiff erstmals wechselte. Die Gäste erwischten den besseren Start und kamen bereits in der 47. Spielminute zur ersten hochkarätigen Torchance. Nach einem Chipball über die Sander Abwehrkette tauchte eine Essener Angreiferin vor Torhüterin Schlime auf. Die Luxemburgerin reagierte jedoch glänzend, bekam noch die Fingerspitzen an den Ball und lenkte diesen über die Querlatte.
Der SC Sand setzte in der 51. Spielminute ein offensives Lebenszeichen. Pija Reininger erhielt den Ball im Zentrum und versuchte es aus rund 20 Metern. Essens Torhüterin war jedoch auf dem Posten und parierte den Abschluss sicher. In der Folge übernahmen die Gäste zunehmend die Spielkontrolle. Während Essen den Druck kontinuierlich erhöhte, fehlten den Ortenauerinnen immer häufiger die notwendigen Entlastungsmomente. Die Sander Defensive war nun gefordert, Angriff um Angriff zu verteidigen.
Essener Druck wird belohnt – Führung in der 77. Minute
In der 67. Spielminute reagierte die SGS Essen mit einem Doppelwechsel und brachte unter anderem die erst 15-jährige Emilia Watermeier in die Partie. Die Gäste blieben am Drücker und drängten den SC Sand immer weiter in die eigene Hälfte. Torhüterin Schlime rückte dabei zunehmend in den Mittelpunkt und musste ihre Mannschaft mit mehreren Aktionen im Spiel halten.
Nach 76 Minuten nahm auch das Sander Trainerteam die ersten personellen Veränderungen vor. Daniela Schwarz und Christina Alp kamen für Pija Reininger und Vildan Kardesler in die Begegnung. Doch nur eine Minute später musste der SC Sand den Rückschlag hinnehmen: In der 77. Spielminute nutzte Essen einen folgenschweren Leichtsinnsfehler in der Sander Hintermannschaft konsequent aus und erzielte den 0:1-Führungstreffer.
Die Ortenauerinnen standen nun unter Zugzwang. Essen blieb gefährlich und kam in der 83. Spielminute zu einer weiteren Abschlussmöglichkeit. Um noch einmal neue Impulse zu setzen, wechselte der SC Sand in der 84. Minute doppelt: Sara Sahiti und Denise Landmann ersetzten Sophia Gerber und Kim Schneider. Zwei Minuten später schöpften die Gastgeberinnen auch ihr letztes Wechselfenster aus und brachten Chelsea Surpris für Steffi Schmid.
Späte Schlussoffensive bleibt unbelohnt
In der Schlussphase warf der SC Sand noch einmal alles nach vorne und versuchte, den Ausgleich zu erzwingen. Die Mannschaft stemmte sich gegen die drohende Niederlage, doch trotz aller Bemühungen fehlte im entscheidenden Moment das nötige Quäntchen Glück. Die SGS Essen verteidigte ihren knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff und entführte damit drei Punkte aus der Ortenau.
Für den SC Sand bedeutet die 0:1-Heimniederlage einen bitteren Rückschlag. Besonders mit Blick auf die Konkurrenz im Tabellenkeller wiegt das Ergebnis schwer: Die TSG Hoffenheim II konnte gegen Eintracht Frankfurt dreifach punkten, wodurch die Situation für die Ortenauerinnen im Tabellenkeller zunehmend anspruchsvoller wird. Viel Zeit zum Grübeln bleibt allerdings nicht. Bereits am kommenden Wochenende wartet die nächste Herausforderung auf den SC Sand, wenn die Mannschaft auswärts bei Turbine Potsdam gefordert ist.
SC SAND – SGS ESSEN 0:1 (0:0)
SC Sand: Schlime, Tsaroucha, Fischer, Ugochukwu, Schneider (86. Landmann), Reininger (76. Alp), Olsen, Blümel, Gerber (86. Sahiti), Schmid (88. Surpris), Kardesler (76. Schwarz)
Ersatz: Icier (ETW), Surpris, Landmann, Alp, Sahiti, Schwarz
SGS Essen: Sindermann, Baaß (74. Börner), Bröring, Nagy, Brinkmann, Wirnsberger (74. Steiner), Albrecht, Köpp (46. Henkelmann), Spitzner (69. Watermeier), Bäcker, Feldkamp (69. Schnieder)
Ersatz: Kassen (ETW), Steiner, Schnieder, Watermeier, Börner, Heuschkel, Henkelmann
Schiedsrichter: Anna-Lena Weiss – Nina Werthschulte, Carina Sokolowski
Zuschauer: 443
Tore: 0:1 Vanessza Nagy (78.)
Bild: Martina Pieper


