SC Sand vor Neustart in Thüringen

Beck: „Es ist ein Neustart, den die Mannschaft nutzen will."
Artikel vom 1. Oktober 2026
Der Vorbericht wird präsentiert von:
VON LUKAS KELP.
Am 8. Spieltag der 2. Frauen-Bundesliga steht der SC Sand vor einem wichtigen Neuanfang. Nach einem durchwachsenen Saisonverlauf und zuletzt schwierigen Wochen kam es unter der Woche zum Trainerwechsel. Mit neuen Spielideen und einer veränderten taktischen Herangehensweise soll der ehemalige Erstligist nun wieder in ruhigere Fahrwasser gelangen.
Der erste Schritt auf diesem Weg soll am kommenden Sonntag (4. Oktober 2026) beim FC Carl Zeiss Jena erfolgen. Für die Ortenauerinnen geht es dabei nicht nur um drei Punkte, sondern auch darum, nach einer bislang enttäuschenden Phase wieder Selbstvertrauen und Stabilität zu entwickeln.
Tabellarische Ausgangslage
Aktuell steht der SC Sand mit acht Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Der Blick auf die Spitzengruppe um Viktoria Berlin und Hertha BSC zeigt, dass der Abstand inzwischen deutlich geworden ist. Noch ist die Saison jedoch lang genug, um Boden gutzumachen.
Vor allem die vergangenen Wochen haben den Sanderinnen zugesetzt. In den zurückliegenden fünf Ligapartien blieb die Mannschaft ohne Sieg und sammelte lediglich zwei Punkte. Der jüngste Rückschlag folgte am vergangenen Wochenende im DFB-Pokal: Gegen den VfL Wolfsburg unterlag Sand deutlich mit 0:6. Dabei machten gerade die ersten 15 Minuten Mut, ehe sich die individuelle Klasse des Bundesligisten zunehmend bemerkbar machte. Nun soll der Blick nach vorne gehen. Das vorhandene Potenzial des Kaders konnte bislang noch nicht über die gesamte Spielzeit ausgeschöpft werden. Genau hier setzt die neue Zeitrechnung an.
Neue Impulse, klare Aufgabe
Die Mannschaft um Kapitänin Milena Fischer und Torjägerin Pija Reininger soll unter den neuen Impulsen wieder zu mehr Konstanz finden. Reininger hat in dieser Saison bereits fünf Liga-Treffer erzielt und gehört damit zu den wichtigsten Offensivkräften des SC Sand.
Die Aufgabe in Thüringen wird allerdings anspruchsvoll. Jena verfügt über eine Mannschaft, die ebenfalls einen personellen Umbruch hinter sich hat und nach dem Abstieg aus der Bundesliga vor einem ähnlichen Neustart steht. Für Sand geht es deshalb vor allem darum, die eigenen Qualitäten auf den Platz zu bringen, defensiv kompakter aufzutreten und offensiv wieder mehr Durchschlagskraft zu entwickeln. Ein Erfolg in Jena könnte dabei der Auftakt für eine neue Phase der Saison sein.
Bekannter Gegner mit besonderer Pokal-Erinnerung
Dass beide Mannschaften sich bestens kennen, zeigt auch der Blick zurück. Das bislang letzte Duell fand im März dieses Jahres statt – im DFB-Pokal-Viertelfinale. Damals behielt der FC Carl Zeiss Jena die Oberhand. Besonders in Erinnerung blieb ein Traumtor des SC Sand aus rund 30 Metern, das für Furore sorgte.
Nun treffen beide Teams erstmals in dieser Saison in der Liga aufeinander. Die Ausgangslage ist dabei klar: Sand möchte den Anschluss nach oben wieder herstellen, Jena seine Position im vorderen Mittelfeld festigen.
Zum Personal
Personell gibt es beim SC Sand zunächst positive Nachrichten. Flügelspielerin Daniela Schwarz kehrt in den Spieltagskader zurück. Lenny van Grotel fällt dagegen aus. Hinter dem Einsatz von Linda Nyman steht noch ein Fragezeichen. Zudem sind mögliche Verschiebungen zwischen Zweitliga- und Regionalligamannschaft nicht ausgeschlossen.
Jena mit zwölf Punkten auf Rang sechs
Der FC Carl Zeiss Jena belegt derzeit mit zwölf Punkten den sechsten Tabellenplatz. Nach zwei Jahren in der Bundesliga musste die Mannschaft im Sommer den Gang zurück in die Zweitklassigkeit antreten und ebenfalls einen personellen Umbruch bewältigen.
Trainer Florian Kästner hat seine Mannschaft bislang im oberen Mittelfeld etabliert. In der Liga musste Jena allerdings bereits Niederlagen gegen die SG Andernach und Eintracht Frankfurt II hinnehmen. Im DFB-Pokal zeigte sich die Mannschaft zuletzt dagegen torhungrig und setzte sich am vergangenen Wochenende mit 6:0 gegen Eutingen durch. Besonders gefährlich präsentiert sich Jena bislang im Angriff. Elira Terakaj und Rieke Tietz haben jeweils vier Treffer erzielt und führen damit die interne Torschützenliste an.
Drei bekannte Gesichter auf der anderen Seite
Für zusätzliche Brisanz sorgen drei Spielerinnen mit Sander Vergangenheit. Gina Ebels, Anne Rotzinger und Sarah Wiesner stehen inzwischen beim FC Carl Zeiss Jena unter Vertrag und treffen damit auf ihren ehemaligen Verein. Für den SC Sand bietet sich am Sonntag die Gelegenheit, die jüngste Entwicklung hinter sich zu lassen und ein neues Kapitel aufzuschlagen. Die Voraussetzungen sind anspruchsvoll, die Aufgabe klar: Punkte sammeln, Selbstvertrauen zurückgewinnen und in der Tabelle Schritt für Schritt nach oben klettern.
Nach der Pause wartet Hertha BSC
Nach dem Gastspiel in Thüringen steht zunächst die Länderspielpause an. Am 18. Oktober geht es für den SC Sand anschließend vor heimischer Kulisse weiter. Dann wartet mit Zweitligaaufsteiger Hertha BSC ein weiterer ambitionierter Gegner. Bis dahin soll der Neustart möglichst bereits erste Früchte tragen. Der erste Schritt führt am Sonntag nach Jena.
Stimmen zum Spiel:
„Mit Jena erwartet uns am Sonntag ein starker Gegner, der aktuell vor uns in der Tabelle steht. Nach der kurzen Woche mit unserem neuen Trainer wollen wir die ersten gemeinsamen Ideen auf den Platz bringen, als Mannschaft geschlossen auftreten und uns auswärts mit Punkten belohnen.“ (Steffi Schmid, Spielerin SC Sand)
„Jena steht ordentlich in der Liga da und wird definitiv viel Einsatzbereitschaft zeigen. Da wollen wir dagegenhalten. Wir richten den Blick nun mit einem neuen Cheftrainer nach vorne. Es ist ein Neustart, den die Mannschaft nutzen will.“ (Anne Beck, Co-Trainerin SC Sand)
Bild: Tobias Geiser
